Homepage vs. Landing Page

Gehörst du auch zu denen, die sich schon immer gefragt haben, ob eine Homepage auch Landing Page sein kann? Achja, und was ist eigentlich der Unterschied?

Homepage versus Landing Page

Landing Pages sind DIE Möglichkeit die Besucher deiner Website von deinen Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen. Sie haben ein ganz klares Ziel: Besucher in Leads zu verwandeln und funktionieren am besten, wenn die potenziellen Kunden bereits Lösungsoptionen für ihr Problem identifiziert haben und bereits ein klares Kaufinteresse besteht.

Homepages hingegen haben einen völlig anderen Auftrag. Sie vermittelt deinen Besuchern einen ersten Eindruck von dir und deinem gesamten Angebot. Zwar landen deine Besucher nicht immer auf deiner Homepage, aber früher oder später möchten deine Besucher mehr erfahren: über dich, aber vor allem über die Lösungen, die du ihnen bietest.

Je nachdem was du anbietest und wie du deine Website strukturiert wirst du dich fragen:

Kann ich meine Homepage als Landing Page verwenden?

In diesem Artikel zeige ich dir, welche Aufgaben Landing Pages und die Homepage haben, wie du sie einsetzt und in welchen Fällen eine Hompage auch als Landing Page dienen kann.

Die Reise des Kunden oder die Buyer's Journey

Um die Frage zu beantworten, ob du deine Homepage als Landing Page verwenden kannst, müssen wir uns das Konzept der Buyer's Journey ansehen.

Du kennst das vielleicht von dir selbst. Du kaufst nur etwas, wenn du davon überzeugt bist, dass du dieses Etwas auch wirklich brauchst. 

Wie komme ich morgens am Besten ins Büro?

Diese Frage beantwortest du dir unbewusst, indem du …

  1. Feststellst, dass du ein Problem lösen musst.
    Du musst irgendwie den Weg zur Arbeit zurücklegen
  2. Genau definierst, was das Problem ist und was die möglichen Lösungen dafür sind.
    Du könntest auch mit dem Bus oder dem Auto fahren, aber …
  3. Dich entscheidest, welche Lösung für dich die beste ist.
    Du entscheidest dich für das Fahrrad, weil es kostengünstig ist, und du ausreichend Bewegung nach einem langen Tag im Büro bekommst

Dieses Modell nennt sich Buyer’s Journey und besteht aus diesen drei Stufen in dieser Reihenfolge:

  1. Awareness (Wahrnehmung, Bewusstsein)
    Dir wird bewusst, dass du ein Problem hast, dass du lösen musst.
  2. Consideration (Betrachtung, Erwägung)
    Du informierst dich und ziehst verschiedene Lösungsoptionen in Betracht.
  3. Decision (Entscheidung)
    Du triffst die Entscheidung, welche Lösung für dich die beste ist.

Um deinen Besuchern und potenziellen Kunden bei diesen Schritten auf dem Weg zur Entscheidung zu helfen, und dich selbst als Lösungsanbieter zu positionieren, musst du die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit liefern.

Liefere den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit.

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Wenn du gerade feststellst, dass du für dich ein Problem lösen musst (ich muss irgendwie zur Arbeit kommen), dann hilft es dir nicht, wenn ich dir ein ganz bestimmtes Fahrrad anbiete. Du bist einfach noch nicht bereit dich zu entscheiden.

Wenn du mehr über die Buyer’s Journey erfahren möchtest, dann ist dieser Artikel ein absolutes Muss.

Welche Rolle spielen die Homepage und die Landing Pages in diesem Modell?

Homepage

Wenn deine Website dein digitales Zuhause ist, dann ist deine Homepage der Eingangsbereich.

An deiner Haus- oder Wohnungstür empfängst du deine Besucher, heißt sie willkommen, bittest sie herein und zeigst ihnen was genau du anbietest – wie du ihnen helfen kannst.

Die Besucher bekommen einen ersten Eindruck und entscheiden innerhalb der ersten Sekunden, ob sie sich bei dir wohlfühlen, oder nicht. Du hast etwa 10 Sekunden, um deine Besucher davon abzuhalten, „Zurück“ zu klicken und deine Website zu verlassen. Je länger sie bleiben, desto größer ist die Chance, dass sie sich für dich als Lösungsanbieter entscheiden.

Wie erreichst du das?

  1. Zeige ihnen, was genau du anbietest.
  2. Zeige ihnen, wie genau du ihnen helfen kannst.
  3. Zeige ihnen, dass du ihre Probleme und Herausforderungen verstehst und sie ernst nimmst.
  4. Zeige ihnen, warum gerade du der/die Beste für diesen Job bist.

Ähnlich wie bei der  Über 52designs-Seite, geht es hier nicht um dich. Es geht darum eine emotionale Verbindung mit deinen Besuchern herzustellen. Und das schafft du am Besten, in dem du auf ihre Probleme und Herausforderungen eingehst.

Gib den Besuchern einen Vorgeschmack auf das, was sie auf deiner Website erwarten können. Beantworte ihnen ohne Umschweife folgende Frage:

Warum soll ich mich weiter auf dieser Seite umschauen?

Wenn Du wissen möchtest, ob deine Aussage klar ist, sodass deine Besucher sofort verstehen, worum es geht, mache den „5-Sekunden-Test“ (Danke an Kay Spiegel auf Morefire –Homepage vs. Landing Page).

Lass jemanden, der deine Seite zuvor noch nie gesehen hat, für 5 Sekunden einen Blick auf deine Homepage werfen.

Nicht mehr. Nur 5 Sekunden.

Wenn diese Person dir danach beschreiben kann, worum es auf deiner Seite geht, dann war der Test erfolgreich, deine Botschaft klar und unmissverständlich.

Deine Homepage hat zusammen mit deinen anderen Inhalten die Aufgabe zu informieren und deckt somit die Awareness-Stufe ab.

Landing Page

Eine Landing Page hat nur eine Aufgabe: Konversion.

Sie soll Besucher, die auf der Suche nach Lösungen für ihre Probleme sind oder die sich für eine Lösung entscheiden wollen, davon überzeugen, dass genau diese Lösung für sie die beste ist.

Um dies zu erreichen, werden Landing Pages nach einem ganz bestimmten Muster erstellt.

  1. Was ist dein Angebot und welches Problem löst es für die Besucher?
  2. Wie genau löst dein Angebot das Problem des Besuchers?
  3. Schaffe Vertrauen indem du beschreibst, warum gerade du die/der Richtige bist, um das Problem zu lösen.
  4. Handlungsaufforderung

Darüber hinaus verfügen Landing Pages über keinerlei Navigationselemente, die den Besucher ablenken und zum Verlassen der Seite verleiten könnten.

Ein angenehmer Nebeneffekt dieser hochspezialisierten Ausrichtung einer Landing Page ist, dass sie recht gute Ergebnisse in den Suchmaschinen-Rankings erzielen kann. Das bedeutet organischen Traffic für deine Website.

Der Nachteil ist, dass dieser Traffic im Gegensatz zu dem Traffic, der über gezielte Werbung auf deine Seite kommt, unqualifiziert ist. Das bedeutet, schaltest du eine Anzeige (z.B. bei Facebook) und jemand klickt auf diese Anzeige, so weißt du, dass diese Person grundsätzlich Interesse an deinem Angebot hat.

Kommt die Person hingegen über eine Suchmaschine auf deine Landing Page, so kann es sein, dass du sie auf dem falschen Fuß erwischt (also zur falschen Zeit mit dem falschen Inhalt lieferst). Aufgrund der nicht vorhandenen Navigationsmöglichkeiten, ist ein Absprung des Besuchers in diesem Fall sehr wahrscheinlich.

Jedes Stückchen Inhalt hat eine bestimmte Aufgabe

Jede Art von Inhalten hat ihren Platz in der Buyer’s Journey.

Neben der Homepage und den Landing Pages besteht eine typische Website aus weitere Inhalten.

Inhaltsseiten, im Gegensatz zu Landing Pages oder der Homepage, sind rein informativ und dienen dazu Aufmerksamkeit (Awareness) zu schaffen.

Deine Kunden sollen wissen, dass es dich gibt. Sie sollen wissen, dass du Lösungen anbietest, welche Lösungen das sind und dass du Experte auf deinem Gebiet bist.

Inhalte sind der Kern des Content Marketing bzw. des Inbound Marketing. Deine Inhalte dienen dem Zweck, Sichtbarkeit zu schaffen um dich als Experte und Lösungsanbieter zu positionieren.

Bei deiner Homepage geht es ebenfalls um Aufmerksamkeit. Wenn du Content Marketing verwendest um Sichtbarkeit bzw. Aufmerksamkeit zu erzielen, dann wird deine Homepage vermutlich nicht DIE Einstiegsseite in dein Angebot sein. Trotzdem erfüllt auch sie eine wichtige Aufgabe: sie dient dem Besucher als Orientierung und Einstieg in dein Angebot.

Landing Pages dienen allein der Konversion. Sie sollen eine Entscheidung (Decision) herbeiführen. Die Besucher wissen, welche Optionen sie haben. Nun ist es an dir und deiner Landing Page, die potentiellen Kunden davon zu überzeugen, dass deine Lösung die beste ist.

Der Punkt der Buyer’s Journey an dem sich deine Besucher gerade befinden, bestimmt, welche Inhalte du anbieten musst, um aus Besuchern Kunden zu machen.

Du erinnerst dich? Die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit.

Was aber ist der richtige Inhalt und was ist der richtige Zeitpunkt? Kannst du das Konzept der Landing Page auch an anderer Stelle, z.B.: auf deiner Homepage verwenden? Und was sind die Auswirkungen?

Kannst du oder kannst du nicht?

Hier eher auf Scrollytale verweisen als auf mh.de

Auch auf der Homepage ein Landing-Page-artiges Vorgehen zu wählen kann Sinn ergeben. Vor allem dann, wenn du deine Besucher bereits auf der Homepage abholen, mitnehmen und EINEM ganz bestimmten Ziel näher bringen möchtest.

Schaue dir Das Design-Projekt „A Scrollytale“ an.

A Scrollytale

Dieses Design skizzierte eine Lösung für Einzelunternehmer, Selbstständige und Praxen, die eine Alternative zu den weit verbreiteten Visitenkarten-Website darstellt.

Deine Geschichte zu erzählen muss nicht langweilig sein. Im Gegenteil. 

A Scrollytale erzählt (d)eine Geschichte, indem es eine klare Struktur liefert und die Besucher zum Mitmachen animiert. Und A Scrollytale liefert deinem Publikum, was es sucht. 

Antworten auf ihre drängendsten Fragen.

Wie können auch kleine Unternehmen, Freelancer oder Praxen einen für den Kunden informativen und zugleich wertvollen Internetauftritt erstellen?

Das Design verwendet folgendes Rezept.

Wir ...

Das ist schon sehr nah dran am Konzept einer Landing Page.

Eine echte LandingPage jedoch ist strikter und verfolgt ein anderes Ziel. Die Inhalte sind darauf ausgelegt, dass sich die Besucher bereits darüber bewusst sind, welche Lösung für ihr Problem infrage kommt.

Wenn du zum Beispiel von Werbeanzeigen oder von anderen externen Stellen auf deine Website verlinkst, verlinke immer eine speziell für den speziellen Fall entwickelte Landing Page und nicht auf die Homepage. Wenn eine Person auf deine Anzeige klickt, dann hat sie Interesse und ist ein potentieller Kunde. In diesem Fall ist dein Ziel Konversion und nicht Information.

Solltest du also deine Homepage als Landing Page verwenden?

Ein klares NEIN (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Kannst du einzelne Mechanismen einer Landing Page auf deiner Homepage verwenden?

Ein klares JA.

Fazit

Warum ist es also nicht sinnvoll, deine Homepage als echte Landing Page zu verwenden?

Deine Homepage hat eine andere Aufgabe als eine Landing Page. Wenn du nicht die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit lieferst, werden deine Besucher diese Inhalte als nicht relevant einstufen, und im schlimmsten Fall deine Website verlassen.

Nutze deine Homepage um den Besuchern die Inhalte deiner gesamten Website näher zu bringen.

Wenn eine Website aber ein einziges, klares Konversionsziel hat, dann kann die Homepage die Aufgabe einer Landing Page übernehmen. Viele Online-Tools erlauben auf der Homepage gar nur eine Aktion: registrieren!

Dir bleibt nicht anderes übrig als dich entweder zu registrieren, oder die Seite zu verlassen. Die Anbieter gehen in diesem Fall davon aus, dass deine Entscheidung schon (fast) getroffen ist. Registrierst du dich, dann bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zukünftiger Kunde. Andernfalls … eben nicht.

Die Homepage ist die Homepage! Mit Charme, Charakter und dem Ziel, deine Besucher in Empfang zu nehmen, sie willkommen zu heißen und ihnen mitteilen, was für sie drin ist. Lass sie dieser Aufgabe gerecht werden.

Teile Deine Erfahrung

Wie verwendest du deine Homepage. Benutzt du dedizierte Landing Pages? Wie gefällt dir die Scrollytale?

Teile deine Meinung und deiner Erfahrungen zum Thema Landing Pages. 

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Über Marco

Hallo, ich bin Marco. Ich möchte dir helfen, die perfekte Website für dich und dein Business zu erstellen. Die Hauptzutat? Ideen. Jede Lösung beginnt mit einer Idee. Und darum liebe ich es, Dinge auszuprobieren und meiner Kreativität freien Raum zu geben.

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